BenQ Screenbar Max im Vergleich
Inhalt
[Disclaimer] Die Screenbar wurde mir freundlicherweise von BenQ für einen Erfahrungsbericht zur Verfügung gestellt. BenQ hatte hierbei keinen Einfluss auf meine ehrliche Bewertung und Erfahrung mit dem Produkt.
Einleitung⌗
Ich bin schon lange ein Fan von Screenbars, seit 2019 ist eine BenQ ScreenBar Plus im Einsatz. Seit 4 Jahren sitze ich zu 100% im Home-Office, die ScreenBar ist seitdem fester Bestandteil meines Arbeitsalltags und auch tagsüber nicht mehr wegzudenken. Eine zweite ScreenBar Plus war mir aber zu teuer, daher ist mit einem Wechsel zurück auf ein Dual Monitor Setup vor ein paar Jahren, ein günstiges Modell vom Aldi mit eingezogen, welches auf dem Zweitmonitor sitzt.
In Sachen Bedienung und Verarbeitung liegen hier aber Welten dazwischen, gerade die Fernbedienung mit dem Knob und Lichtsensor der BenQ, sind für mich ein massiver Vorteil gegenüber allen integrierten Lösungen. Entsprechend bin ich aber auch etwas voreingenommen, was die Bedienung der ScreenBar Max angeht. Der integrierte und oben auf der Leiste platzierte Lichtsensor macht hier aber hoffentlich eine manuelle Bedienung weitestgehend überflüssig.
Zum Einstieg hier noch mein Ist-Stand, bevor die ScreenBar Max eingezogen ist. Gerade mit dem 34" Ultrawide ist die alte Screenbar schon wirklich auch an ihren Grenzen, es spiegelt zwar weiterhin nichts auf dem Bildschirm, aber allein die Webcam-Platzierung ist schon immer ein kleines Hindernis. Auch hier wird sich die Max beweisen müssen, Einwirkungen auf die Webcam möchte ich keine erleben. Mit der aktuellen Lösung ist das aber tatsächlich der Fall, im unteren Rand des Bilds ist immer ein Streifen heller als der Rest.
Mit diesem Bildschirm-Aufbau muss sich jetzt auch die ScreenBar Max bewähren, zusätzlich wird jetzt auch noch Platz auf dem Tisch benötigt, den bisher die Docking-Station allein für sich in Anspruch nehmen kann.
Technische Eckdaten⌗
| Technische Daten | |
|---|---|
| Abmessungen | 85 x 75,5 x 37,4cm |
| Stromversorgung | Steckernetzteil, 24V, max. 36W Leistungsaufnahme |
| minimale Höhe | 55cm |
| maximale Höhe | 71cm |
| Minimale Tiefe | 17,5cm |
| Maximale Tiefe | 28cm |
| CRI | Ra ≥95 | Rf >96 | Rg ~100 |
Unboxing⌗
Die ScreenBar Max kommt in einem großen, unscheinbaren braunen Pappkarton, wenn es nach mir geht, hätte es auch einen Teil der Plastikfolie nicht gebraucht. Das Paket ist auch mehr Freiraum als Inhalt, der Standfuß kommt komplett vormontiert und ist direkt Einsatzbereit. Ansonsten ist natürlich noch die eigentliche LED-Bar und ein Netzteil enthalten.
Das Netzteil kommt mit einem sehr wertigem, gesleevtem Kabel daher, das BenQ lila ist hier etwas blasser geworden. Ansonsten gibt es noch einen Quick Start Guide und eine Tüte mit 4 Schrauben und einem Inbus-Schlüssel.
Der Standfuß ist bei der Auslieferung auf die höchste Stufe eingestellt, um möglichst vielen Möglichkeiten gerecht zu werden, sind hier drei verschiedene Höhen möglich. Arretiert wird das ganze dann über zwei Schrauben, ihr solltet euch also am besten vor der Montage Gedanken machen, welche Höhe ihr benötigt. BenQ liefert dazu auch Anregungen im Quick Start Guide mit typischen Monitorgrößen.
In meinem Fall bleibe ich direkt bei der höchsten Einstellung, das dürfte auch bei den aktuellen Monitorgrößen für die meisten so passen. Allgemein macht der Standfuß einen sehr wertigen Eindruck, die ganze Konstruktion besteht aus Metall, die Pulverbeschichtung/Eloxierung ist trotz der Farbe erfreulich resistent gegen Fingerabdrücke.
Aufbau und Stromversorgung⌗
Viel aufzubauen gibt es gar nicht, der Standfuß wird, sofern ihr nicht den optionalen Tischfuß mitbestellt habt, direkt an die Tischplatte geklemmt. Bei mir musste ich hier noch etwas umplanen, direkt an der Stelle steht meine Docking-Station auf der Oberseite und ein USB-Hub auf der Unterseite. Um den Tisch zu schonen, ist auf der Innenseite eine dicke Gummischicht aufgeklebt, ebenfalls auf der Klemme, die dann von unten gegen euren Tisch drückt.
Nachdem der Fuß montiert ist, muss nur noch die ScreenBar in den Fuß gesteckt und mit 2 Schrauben fixiert werden. Die elektrische Verbindung passiert dabei über einen Hohlstecker, für die zwei Schrauben liegt auch noch 2x Ersatz bei. Je nach Höhe kann das einschrauben recht fummelig sein, gerade bei einem hohen Tisch und der maximalen Höhe.
Um hier für diverse Setups und auf verschiedene Bildschirm-Tiefen anpassbar zu sein, ist die Schiene mit dem Stecker ausziehbar in einem Bereich von 17,5cm bis 28cm. Je nach Setup kann das aber etwas zu wenig sein, darauf gehe ich auch weiter unten noch eimal ein. Bei sehr tiefen Tischen und weit vorne aufgestellten Monitoren solltet ihr den Bereich auch vorher noch einmal prüfen.
Das Netzteil wird auch hinten am Standfuß eingesteckt, für das Kabel ist ein extrem gut passender Kanal mit integriert, in den das Kabel einfach eingesteckt wird. Ich hatte kurz die Befürchtung, nicht gut genug ran zu kommen, aber die Toleranzen sind so gut gewählt, dass das Kabel schon mit leichtem Druck extrem gut hält.
Warum erwähne ich den Punkt Stromversorgung extra? Beide meiner alten Screenbars werden per USB mit Strom versorgt, was Fluch und Segen zugleich ist. Bei der BenQ ist das Kabel durch die Fernbedienung lang genug, um unterm Tisch in einem Netzteil zu verschwinden. Die andere ist so kurz, dass diese am USB-Port des Monitors hängt. Ist der Monitor aus, oder bekommt auch nur kein Bild, ist kein Strom da und das Licht geht wieder aus. Mit der Max gibt es das Problem nicht mehr, auch wenn ich mir wünschen würde, das der Euro-Stecker um 90° wäre.
Erster Eindruck⌗
Frisch montiert ist die ScreenBar Max schon ein ganz schöner Klopper, der jetzt über den Monitoren hängt. Was mir erst bei der Montage aufgefallen ist, ist die Abhängigkeit von der Montage der Monitore. Die Marketing-Fotos zeigen das grundsätzlich auch schon, wenn man darauf achtet. Je mehr Winkel die Monitore zueinander haben, desto höher ist die “Gefahr” von Überstand der Lightbar über einen Monitor. Bei mir ist das tatsächlich der Fall, durch Winkel und Abstand der Monitore zur Wand leuchtet das rechte Ende der ScreenBar etwas über den Monitor-Rand hinaus. Spiegelungen treten dabei keine auf, zumindest nicht am Panel. Aber etwas am Rahmen des entsprechenden Monitors.
Ansonsten ist der Ersteindruck sehr positiv, die Ausleuchtung ist deutlich heller und umfassender, als mit meiner alten Lösung. Die Hintergrundbeleuchtung durch die zwei rückseitig angebrachten LEDs ist auch eine willkommene Ergänzung, bisher habe ich mir hier mit einer zur Wand gerichteten Schreibtischlampe beholfen. Davon habt ihr aber nur etwas, wenn der Schreibtisch auch an der Wand steht. Auch hier sind die zentral angebrachten LED-Streifen noch einmal viel gleichmäßiger, was die Ausleuchtung des Hintergrundes angeht.
Vergleichsfotos⌗
Die Vergleichsfotos sind alle ohne weitere Beleuchtung im Raum aufgenommen und mit festen Einstellungen in der Kamera. Im Alltag habe ich die beiden zusätzlichen Lampen aber weiterhin an, diese sind nur zur bessern Vergleichbarkeit aus.
Als Maximale Helligkeit werden im Zentrum der Ausleuchtung >1400 lx angegeben, durch die Anordnung der LED-Leiste im Lampenkopf sollen sich jetzt drei Beleuchtungsbereiche ergeben (ASYM-TriZone Light™). Wirklich bemerkbar dürfte sich das vor allem bei größeren Schreibtischen machen, mein aktuelles Setup ist nur knapp 1.40m breit und die Ausleuchtung ist hier fast vollständig in voller Helligkeit.
Ausleuchtung am Tisch⌗
Das es keine Spiegelungen am Bildschirm gibt kann ich an dieser Stelle auch nur noch einmal bestätigen, selbst mit meiner Anordnung mit dem Überstande ist hier keine Spiegelung erkennbar.
Bedienung und Sensoren⌗
Die Bedienung hatte ich ja zum Eingang schon angesprochen, hier ist der Wechsel schon deutlich anders. Bisher aber besser als ich ursprünglich befürchtet hatte. Meine alte Lightbar hatte auch schon einen Helligkeitssensor, so wirklich zuverlässig war dieser gefühlt aber nie. Dieser sollte aber auch ein manuelles Eingreifen möglichst vermeiden. Bei der neuen ScreenbarMax hat er meine Erwartungen voll erfüllt, durch das Display ist jetzt auch wirklich nachvollziehbar, dass Einstellungen geändert werden.
Die Position des Lichtsensors ist perfekt gewählt, auf der Oberseite wird jetzt die Lichtstärke der Umgebungsbeleuchtung gemessen und die Helligkeit der ScreenBar entsprechend angepasst. Auswirkungen auf die Lichtfarbe hat der Helligkeitsensor keine, an der Stelle greift immer die User-Einstellung. Als Referenzwert für die gewünschte Umgebungsbelechtung hat BenQ hier einen Wert von 700 Lux definiert, bei automatischer Helligkeit wird also versucht, diesen Wert zu halten.
Zusätzlich zum Lichtsensor hat die ScreenBar Max noch eine Besonderheit mit dem verbauten mmWave-Sensor. Was mich etwas überrascht hat, ist der Hinweis auf nötige Bewegungserkennung, von Presence-Meldern mit mmWave aus dem SmartHome Bereich sollte genau das Fehlen dieser ja ein Vorteil von mmWave sein.
Nach 3 Minuten ohne Anwesenheitserkennung wird die Beleuchtung automatisch ausgeschalten und bei Betreten des Erkennungsbereichs wieder aktiviert. In meiner Nutzung kam es bisher zu keinen fehlerhaften Versuchen, das Licht auszuschalten, obwohl ich noch am Platz war. Die nötigen Bewegungen sind entweder sehr fein, oder ich sitze nicht still genug, um hier Fehlalarme auszulösen. Wer die Erkennung nicht möchte, kann sie aber auch einfach direkt deaktivieren.
Die Elemente im Bedienpanel sind grundsätzlich auch beleuchtet, allerdings nur, wenn jenes Element gerade aktiv ist. Zum einen positiv, gerade in einem dunklen Raum wäre ein dauerhaftes Leuchten sehr ablenkend. Zum anderen aber auch negativ, in genau dem selben Szenario. Abends/nachts nach Feierabend mit sehr gedimmter Beleuchtung ist hier eine Anpassung der Einstellungen unter Umständen nicht sehr komfortabel, da sich die Elemente schlecht erkennen lassen, ohne beleuchtet zu sein. Ich habe mir dazu etwas mit der Favoritenfunktion beholfen, unter dieser ist meine gedimmte/warme Einstellung und im Arbeitsalltag kommt der Auto bzw. Bildschirmlesemodus zum Einsatz. Letzterer legt die Temperatur auf 4000K fest und aktiviert den Helligkeitssensor. In Kombination mit dem Präsenzsensor, ist meine einzige Interaktion mit dem Touchpanel im Alltag quasi der Wechsel zwischen den beiden Modi.
Bei manueller Verstellung leuchten die zugehörigen Buttons jeweils auf, die Helligkeit ist für vorne/hinten jeweils getrennt in 1%-Schritten einstellbar. Im Default ist die Hintergrundbeleuchtung dabei immer um 13% heller, die Spreizung dürfte für mich auch ruhig etwas geringer sein, zumindest wenn die ScreenBar die Hauptlichtquelle im Raum ist. Ebenso lassen sich beide Zonen getrennt voneinander Ein- bzw. Ausschalten. Der Button wechselt hier zwischen beiden an/nur vorne/nur hinten. Noch bin ich mir unschlüssig, ob ich noch eine potentielle HomeAssistant Integration in Adaptive Lighting vermisse, keine App/Verbindungsmöglichkeiten zu haben, kann 2026 aber auch durchaus als großer Vorteil gewertet werden. Wenn die Lebensdauer ähnlich zu meiner alten BenQ Screenbar ist, dann dürfte die Hardware die Industrie-typischen App-Support Zeiträume auf jeden Fall überschreiten.
Die Farbtemperatur ist rein manuell wählbar, außerhalb des Bildschirm-Lesemodus greift hier immer die User-Einstellung. Der Bereich liegt hier zwischen 2700K und 6000K, einstellbar in Schritten von 25K. Im Arbeitsalltag habe ich mich auch an die 4000K gehalten, das ist für mich ein angenehmer Mittelwert. Die Farbwiedergabe gibt BenQ mit einem Wert von >95 an. Messen kann ich diesen leider nicht, allerdings ist die Farbwiedergabe selbst bei 2700K spürbar deutlich besser, als bei 0815 Ikea Zigbee Birnen, die bei mir im Wohnzimmer hängen.
Fazit nach einer Woche Arbeit⌗
Der Wechsel auf die ScreenBar Max ist schon sehr deutlich spürbar was die Ausleuchtung angeht, BenQ hat hier auch noch einmal die Unterschiede zwischen dem ASYM-Light und den ASYM-TriZone-Light beschrieben, das Schaubild mit der simulierten ASYM-Light Beleuchtung kann ich hier sehr gut bestätigen. Mein Tisch ist jetzt deutlich einheitlicher und fließender ausgeleuchtet, der neue Helligkeitssensor macht manuelles verstellen quasi unnötig. Auch der schnelle Wechsel auf mein Abend-Profil ist viel angenehmer, zumindest wenn genug Licht im Raum ist, um die Taste zu finden.
Der mmWave Sensor ist die zweite Überraschung, durch Dauerstrom hat meine alte ScreenBar definitiv mittlerweile so einige unnötige Leuchtstunden hinter sich. Das sollte jetzt die Lebensdauer noch einmal erhöhen, dazu kommt natürlich ein etwas geringerer Stromverbrauch (auch wenn ich in meinem Fall diesen mit Balkonkraftwerk mal unter den Tisch fallen lasse). Selbst in meiner nicht empfohlenen Bildschirm-Anordnung funktioniert die Lampe genauso gut wie erwartet, die Bildschirme bleiben wie gehabt blendfrei. Wenn ihr noch keine Bildschirmlampe habt, ihr verpasst wirklich viel ohne.
Im Direktvergleich mit meiner alten BenQ und der Ergänzung durch das “Billigmodell”, lohnen sich die besseren Geräte durchaus, gerade wenn ihr viel Zeit am (heimischen) Schreibtisch verbringt. Vollständig glücklich war ich nie mit der alten Lösung, das hat sich jetzt mit der ScreenBar Max definitiv geändert.